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Spinat
Spinat

Spinat

Spinat ist ein populäres grünes Sommer- oder Wintergemüse (Spinacea oleracea, franz. épinard, engl. spinach, ital. spinaci, span. Espinaca, süddt. auch Binetsch), als Ersteres heller im Grün und zarter in Blatt, Stiel und Geschmack, als Letzteres etwas kräftiger in jeder Hinsicht.

Missgeschick in der Spinat Analyse

Spinat ist eigentlich östlicher Herkunft (pers. = aspanakh) und wurde vom arabischen Poeten Ibn al-Awam als infinaj oder isfanaj (arab. = Prinz aller Gemüse) gepriesen und mit der arabischen Kultur auch nach Spanien exportiert. Daher rührt auch der einstige Name bei den Franzosen, erbe d'espaigne, in mittelalterlichem Latein hispanicum olus, also Spanisches Gemüse. Spanier wiederum machten dies zu ihrem espinaca, woraus unser Spinat wurde.

Generationen von Kleinkindern war Spinat als der kleinstzerhackselte Brei zu Kartoffeln mit Spiegelei eher Schrecken (als Kuhfladen verspöttelt) als ein Genuss, heute ist er als Blattgemüse wieder populär. Sommerspinat eignet sich hervorragend als feinherber, süßsäuerlicher Salat, Winterspinat gehört in die Quiche oder ist delikate Beilage. Spinat oder Spinatsaft färbt Pasta und Kartoffeln, Aspik und Suppen grün. Köche schärften Spinat einst gern mit Brunnenkresse, Sauerampfer oder Schnittlauch. Geheimnis der Zubereitung ist gründliches Waschen, um den unvermeidbaren Sand abzuspülen; allzu grobe Stengel werden entfernt, die Blätter mit wenig Wasser aufgesetzt. Auf einen Bruchteil ihres Volumens zusammengesackt sind die Blätter schnell gar und brauchen dann nur noch ein wenig Salz, Pfeffer und Sahne, diese gar mit einem Hauch Safran.

In der Haute cuisine werden Spinatzubereitungen stets à la florentine angekündigt. Die alte Regel, Spinat sollte niemals aufgewärmt werden, gilt nur für Säuglinge und Kinder. Denn das Nitrat, das im Körper zu Nitrit (und ggf. zu krebserregenden Nitrosaminen) wird, kann bei Kleinkindern den Sauerstofftransport im Blut lebensbedrohlich gefährden (so genannte Blutsucht). Erst Erwachsene haben die körpereigenen Enzyme, das schädliche Methamoglobin zu reduzieren, das sich bei den Kleinen gefährlich anreichert.

Weitere Infos zum Thema Spinat

Die krautige Pflanze aus der gleichnamigen botanischen Gattung (Familie der Fuchsschwanzgewächse) kommt nur als kultivierte Gemüsepflanze in etwa 50 verschiedenen Sorten vor, deren schmackhafte und nährstoffreiche Blätter in der Regel eine Höhe von 20 bis 30 cm erreichen. Ein Vorläufer der heutigen Kulturform wurde einst vermutlich in Persien angebaut, erstmals überliefert im 9. Jh. Heute ist der Spinat weltweit (außer in tropischen Regionen) verbreitet, die Hauptanbaugebiete in Europa liegen in Deutschland, Frankreich und Italien. 85 % der deutschen Spinaternte werden von der Lebensmittelindustrie verarbeitet.

Verwendung von Spinat

Zarter Frühlings- und Sommerspinat (Ernte von März bis Mai) kann im Gegensatz zum kräftigen Herbst- und Winterspinat, der gekocht werden muss, auch roh als Salat gegessen werden. Als Blattspinat schmeckt er mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und Olivenöl. Püriert wird er mit Butter und Sahne abgeschmeckt. Passende Gewürze und Kräuter zum Spinat sind unter anderem Muskatnuss, Chilis, Oregano, Zitronengras. Je nach Zubereitungsart ist Spinat eine vielseitige Beilage zu zahlreichen Gerichten. Außerdem kann man mit ihm andere Lebensmittel färben.

Wenn der Comic-Held Popeye (der Seemann) einst dosenweise ausgerechnet Spinat verschlang und dadurch für kurze Zeit Superkräfte "tankte", dann war das natürlich in erster Linie ein origineller Gag und eine maßlose Übertreibung. Trotzdem: Ein Fünkchen Wahrheit steckt schon darin, denn Spinat ist sehr gesund.

 

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