Rinderzunge

Rinderzunge
Rinderzunge

Der Mensch isst seit jeher Fleisch und frühe Völker haben sich rasch angewöhnt, das komplette Tier zu verwerten. Da wurden neben dem Fleischverzehr die Felle der Tiere für Kleidung verwendet und die Knochen zum Hüttenbau oder als Werkzeug gebraucht.

 
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Es muss nicht immer T-Bone sein

Im Zuge der Sesshaftigkeit kam zur Nahrungssicherung die Viehhaltung hinzu und das bedeutet unter anderem: Schweine- und Rinderzucht. Was ein saftiges Steak ausmacht, das wissen die meisten Genießer zu berichten. Doch gibt es auch die berühmten Innereien, die geschmacklich ganz anders sind und andere Nährwerte sowie Konsistenz haben. Niere, Lunge, Leber, Herz und dazu zählt - wenn auch nicht ganz korrekt - die Rinderzunge.

Rinderzunge ist, wie der Name sagt, ein Organ aus dem Maul des Tieres und als solches als reines Muskelfleisch anzusehen. Dass Rinderzunge zu den Innereien zählt, ist daher nicht ganz logisch aber auch nicht zu verwechseln wenn man es mit wählerischen Genießern zu tun hat. Wobei auch hier gesagt sei, dass unterschiedliche Tiere und deren Lebensumstände (ob Ochse, Kuh oder Kalb, ob Massentierhaltung oder Bio-Rind) unterschiedliche Qualitäten und damit eben auch Geschmäcker liefern.

Der Geschmack

Rinderzunge ist in rohem Zustand farblich zartrosa und sehr feinporig. Je jünger das Schlachttier, umso kleiner, zarter und eiweißreicher - dafür fettarmer ist die Rinderzunge. Der Geschmack der Rinderzunge wird umgekehrt intensiver, je älter das Tier ist. Kalbszunge hingegen ist besonders bekömmlich und sehr viel feiner im Geschmack.
Vielleicht ist ja die Geschichte der massierten Rinder bekannt. Das sind die sogenannten Kobe-Rinder, deren Fleisch das zarteste der Welt sein soll. Dies lässt man sich gern bezahlen, denn nicht nur das zarteste Fleisch der glücklichsten Tiere rollt da an - es ist auch das Teuerste. Ob aber nun die Zungen jeweils mit massiert werden, ist mir nicht bekannt. Obgleich auch hier der Geschmack ein besonderer sein muss, da es ja auch erlesene Kräuter sein sollen, die diese Tiere auf ihren Weiden zu fressen bekommen.

Wem der Verzehr der reinen Rinderzunge zu abenteuerlich erscheint, der sei gut beraten mit der sogenannten Zungenwurst. Die gibt es im Kühlregal eines jeden Lebensmittelhändlers in Scheiben geschnitten auf Semmeln oder Brötchen passend und mit einem leichten, eleganten Blutwurstgeschmack. Die Optik lässt noch Strukturen der Zunge erkennen, was das ganze obendrein spannend macht, gerade wenn man Kindern eine Alternative zu Salami und Co. bieten möchte. Wer mag, nimmt einen Hauch leichten Senf dazu.

Die Zubereitung

Die Zubereitung der Rinderzunge ist etwas aufwändiger als beim restlichen Muskelfleisch des Tieres, was ja durchaus auch mal gegrillt oder kurzgebraten werden darf, doch mangelt es an Rezeptideen nicht. Meist wird Pökelfleisch gebraucht und die Zunge lange in Flüssigkeit gegart. Das kann Wasser, Brühe oder gerne Wein sein. Gepökelte Rinderzunge sehr fein geschnitten kann man gut auf Brot essen. Man beschäftigt sich mit diesem besonderen Stück Fleisch länger und intensiver bevor es gegessen werden kann. Das ist es aber, was es ausmacht, wenn es dann butterzart die auf die Geschmacksknospen trifft. Gesund ist Rindfleisch sowieso, die Rinderzunge ist ein fettarmer, nährstoffreicher Eiweißlieferant und etwas ganz Besonderes, was man sich unbedingt einmal gegönnt haben sollte. In jedem Fall kann gesagt sein, dass man sich etwas apartes und nicht alltägliches antut, wenn man eine gepflegte Rinderzunge zum Mittagessen verspeist. Denn - es muss ja nicht immer ein T-Bonesteak sein!

 

 

Nährwert
(auf 100g Rinderzunge)
kcal: KJ
KJ: KJ
Kohlenhydrate: 0,4 g
Proteine: 16 g
Fett: 15,9 g
Wasser: 66,8 g
Cholesterin: 108 mg
Vitamine
(auf 100g Rinderzunge)
Niacin: 4,6 mg
Vitamin A: 0 µg
Vitamin B1: 0,14 mg
Vitamin B2: 0,29 mg
Vitamin B6: 0,13 mg
Vitamin C: 0 mg
Vitamin E: 0,2 mg
Mineralstoffe
(auf 100g Rinderzunge)
Calcium: 10 mg
Eisen: 3 mg
Kalium: 255 mg
Magnesium: 10 mg
Natrium: 100 mg
Phosphor: 229 mg

Fleisch

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Fleisch ist ein hochwertiges Grundnahrungsmittel. Es enthält zwischen 12 und 22% vollwertiges und für den menschlichen Organismus nutzbares Eiweiß. Der Eiweißbedarf des Menschen des Menschen sollte etwa zur Hälfte aus tierischem Eiweiß gedeckt werden.

Wild

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Der Ausdruck "Wild" bezeichnet im kulinarischen Bereich das Fleisch wildlebender Tiere, die durch Jagd erlegt werden. Dabei werden zwei verschiedene Arten des Wildes unterschieden, zum einen Federwild wie Fasan, Rebhuhn und Wachtel, während zum Haarwild Rehe, Damwild, Rotwild aber auch Kaninchen, Hasen und Wildschweine gehören.

Geflügel

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Geflügel ist bei vielen Leuten sehr beliebt und wird neben Schweinefleisch sowie auch Rindfleisch am meisten verzehrt. Im Bereich des Geflügels gibt es zahlreiche verschiedene Tiere, welche sich zum Verzehr eignen. Besonders viel werden Hühner verzehrt. Im Handel sind vor allem Brüste sowie Keulen erhältlich, aber auch ganze Hühner werden in deutschen Supermärkten frisch, sowie auch aus der Tiefkühltruhe, angeboten.

Hammel- und Lammfleisch

Hammel- und Lammfleisch

Beim Hammel- und Lammfleisch (Schaffleisch), das regional auch als "Schöpsernes" bezeichnet wird, handelt es sich um das Fleisch von Schafen. Als Lammfleisch darf das Fleisch von Lämmern, die nicht älter als ein Jahr sind, bezeichnet werden. Es wird zwischen Milchlämmern und Mastlämmern unterschieden. Die Milchlämmer sind zwischen zwei und sechs Monate alt und werden ohne Grünfutter aufgezogen. Ihr Fleisch ist hell. Die Mastlämmer dagegen sind zwischen sieben und zwölf Monaten alt, ihr Fleisch ist dunkelrosa und leicht mit Fett durchwachsen.

Kalbfleisch

Kalbfleisch

Als Kalbfleisch bezeichnet man das Fleisch vom wenigen Wochen bis Monaten alten Rind. In Deutschland werden die meisten Kälber in einem Alter von zirka 22 Wochen geschlachtet und haben zu diesem Zeitpunkt ein Gewicht von rund 150 Kilogramm. Laut EU-Vorschriften darf das Kalb bei der Schlachtung höchsten acht Monate alt sein, ansonsten zählt es zur Kategorie Jungrind.

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