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Gemüse zu Hause anbauen: Ernährung in die eigene Hand nehmen

Gemüse zu Hause anbauen: Ernährung in die eigene Hand nehmen

Gemüse kaufen die meisten Menschen heute im Supermarkt. Doch durch die wachsende Verwendung verschiedener Stoffe, die das Endprodukt belasten, sehen sich einige Personen gezwungen, Gemüse zu Hause anzubauen. Ihr Bio-Gemüse wird ohne schädliche Zusatzstoffe gezüchtet und kommt auf eine natürliche, gesunde Weise auf den Tisch. Doch beim Anbau im heimischen Garten gibt es einiges zu beachten.

Kürzlich ermittelte das Magazin ÖKO TEST, dass im eigentlich gesunden Feldsalat zahlreiche Giftstoffe vorzufinden sind. Unter den betroffenen Produkten waren auch einige Bio-Sorten zu finden, bei denen das Insektenbekämpfungsmittel Spinosad verwendet wurde. Wer sich einer solchen Gefahr nicht aussetzen möchte, der kann Salat und anderes Gemüse im heimischen Garten züchten.

Gemüse im Garten anbauen

Der Anbau im heimischen Garten ist leichter gesagt als getan. Er erfordert eine genaue Vorbereitung und hängt von vielen Faktoren ab, damit die Ernte erfolgreich ist.

Zunächst eine wichtige Frage: Welches Gemüse soll angebaut werden? Anfänger sollten mit wenig anspruchsvollen Sorten beginnen, zum Beispiel dem Feldsalat. Einem Dokument von aid infodienst zufolge sind beim Feldsalat folgende Hinweise zu beachten:

  • Abstand: 15 × 2 Zentimeter
  • Direktsaat: Ende März bis Ende Juli
  • Ernte: nach 1,5 bis 2 Monaten

Wie der Salat gepflanzt wird, hängt von dem Platzangebot ab. Das Hochbeet ist für fast alle Menschen eine gute Wahl. Hier lassen sich Arbeiten rückenschonend erledigen; außerdem stärkt diese Bauweise die Wurzelbildung der Pflanzen und hilft ihnen, Düngemittel besser aufzunehmen. Wer sich dagegen für ein Gewächshaus entscheidet, profitiert von einer frühen Aussaat und langen Ernte. Wichtig ist auch der Standort, der ganzjährig sonnig sein muss.

Das Hochbeet bepflanzen & pflegen

Damit die Ernte erfolgreich wird, muss ein Hochbeet korrekt bepflanzt und gepflegt werden. Wichtig ist die Vorbereitung der Erde, damit sie den Pflanzen alle wichtigen Nährstoffe zuführen kann.

Die meisten Menschen greifen auf klassisches Düngemittel zurück, jedoch empfehlen die Experten von Multikraft die Verwendung von Effektiven Mikroorganismen (EM). Das Konzept der EM wurde von dem japanischen Professor für Gartenbau Teruo Higa in den 1980er-Jahren entwickelt. Ziel der Effektiven Mikroorganismen ist es, Fäulnis zu unterbinden und gleichzeitig regenerative Prozesse zu unterstützen.

EM ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich und kann beispielsweise mit hochwertiger Pflanzenerde vermischt werden; andere Produkte werden vor dem Pflanzen als Oberschicht eingearbeitet. Abschließend setzt man die Pflanzen und gießt sie.

Nachdem die Erde vorbereitet wurde, muss man sich nur noch für gute Salatsorten entscheiden. Louviers-Typen haben kleine, ovalförmige Blätter, die man auch im Winter ernten kann. Aber: Sie wachsen recht langsam; Verte à coeur plein ist eine ebenfalls frostfeste Sorte mit ovalen Blättern.

Hinweis: Feldsalat wird von vielen Anfängern sehr dicht gesät. Der Abstand sollte groß genug sein, damit sich die Rosetten formen können. Außerdem sollte das Hochbeet stets sauber sein, soll heißen: Regelmäßig Unkraut entfernen und die Erde zwischen den Reihen nach dem Hacken andrücken, damit die Rosetten sauber bleiben – das erleichtert später auch die Ernte.

Die erste Ernte im Hochbeet

Wer in seinem Hochbeet den empfohlenen Feldsalat angebaut hat, kann sich nach spätestens zwei Monaten über die erste Ernte freuen. In diesem Zeitraum sollte man aber regelmäßig einen Blick auf den Salat werfen, denn Schädlinge machen sich gerne über diese Köstlichkeit her.

Der größte Feind dieses winterharten Salates sind Blattläuse, welche nicht mit einem Pflanzenschutzmittel bekämpft werden sollten – man möchte schließlich Bio-Salat anbauen und ernten. Ein natürlicher Feind der Blattlaus ist der Marienkäfer, der in verschiedenen Läden erhältlich ist.

Hat man alles richtig gemacht, kann man den zügig wachsenden Feldsalat ernten. Die Ernte erfordert ein wenig Übung, da man die Röschen über dem Wurzelansatz kappen muss.

Übrigens: Wer im Winter ernten möchte, muss sein Hochbeet rechtzeitig mit Vlies abdecken.

Indoor-Farming: Gemüse drinnen züchten

Wer keinen Garten besitzt, der muss auf gesundes Gemüse aus der eigenen Zucht nicht verzichten. Seit 2008 leben mehr Menschen in Städten als auf dem Land – und dieser Trend wird anhalten. Deshalb werden Konzepte entwickelt, damit auch Stadtmenschen ihr eigenes Gemüse züchten können. Eine Lösung kommt aus Berlin: Dort haben drei Israelis ein Start-up gegründet, welches versucht, Kräuter und Gemüse in geschlossenen Räumen energieeffizient anzubauen.

Deren Idee des sogenannten Indoor-Farmings ist nicht neu. Sie wird insbesondere in Japan erforscht, wo Platz bekanntlich Mangelware ist. Im Ballungsraum von Tokyo leben mehr als 30 Millionen Menschen – also ein Viertel der Bewohner des Landes. Hier sind raffinierte Lösungen nötig, damit die Menschen frisches Gemüse essen können.

2014 wurde in Japan die weltweit größte Gemüsefarm Kashiwanoha eröffnet, welche mit LEDs betrieben wird. Pflanzen wachsen auf mehreren Ebenen; derzeit werden jeden Tag rund 10.000 Salatköpfe geerntet.

Das einzige Problem beim Indoor-Farming sind die Energiekosten. Zwar verbrauchen LEDs weitaus weniger als die inzwischen in der Europäischen Union verbotene Glühbirne, dennoch wäre Sonnenlicht kostenlos. Sinnvoll wäre es, den Strom zumindest von einer Solaranlage generieren zu lassen.

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