Blütenpollen - der natürlich Pflanzenstaub
Der Begriff “Pollen” stammt aus dem Lateinischen und wird mit “Mehlstaub” übersetzt. Das trifft es ausgezeichnet, denn ein weiteres Synonym ist “Blütenstaub”. Dieser Staub wird in den Staubbeuteln der Samenpflanzen gebildet und besteht aus Mikrosporen. Es handelt sich um die männliche Samenzelle einer Blüte, deren Aufgabe es ist, durch den Wind und Fluginsekten zu einer weiblichen Pflanze zu gelangen. Während sich die meisten Insekten an dem Nektar gütlich tun, heften sich die Pollen an ihren Körper an und so tragen sie ihn weiter. Die Honigbiene nimmt Pollen entweder bei der Nektarsuche in ihrem Haarkleid auf oder sie macht sich gezielt auf die Suche nach Blütenpollen. Dazu sucht sie speziell nach den Staubgefäßen der Blüten, um mit ihren Mundwerkzeugen (Mandibeln) den Pollen zu lösen. Diesen schiebt sie in ihre sogenannten “Pollenhöschen” an den Hinterbeinen. Damit sie das Sammelgut nicht verliert, fügt sie etwas aus ihrem Honigmagen hinzu, was aus dem Staub eine leicht klebrige Masse macht. Voll beladen kehrt die Sammelbiene zurück in den Bienenstock und übergibt ihre Ernte den Stockbienen.Proteinreiche Aufzuchtnahrung
Pollen ist die Hauptnahrung der Brut und stellt die einzige Proteinversorgung dar. Dabei hängt der Eiweißgehalt von der jeweiligen Pflanze ab, so sind beispielsweise Obstbäume, Raps oder Mohn hochwertige Eiweißlieferanten. Blütenpollen kann im Bienenstock einige Zeit eingelagert werden. Dazu wird frischer Pollen mit bieneneigenen Enzymen angereichert, was zur Bildung einer leichten Säure führt, die den Pollen letztlich konserviert. Für den Menschen ist frischer Pollen äußerst interessant. Nachhaltig arbeitende Imker können nur sehr wenig Blütenpollen ernten, um den Tieren nicht ihre Hauptnahrungsquelle wegzunehmen. Dazu wird am Einflugloch in den Bienenstock eine Vorrichtung angebracht, durch die das Tier in das Innere des Bienenhauses gelangt. Auf diesem Weg streift die Biene einen Teil ihres gesammelten Gutes ab, die der Imker dann taggleich weiterverarbeitet. Die Ernte von frischem Pollen ist zeitraubend und aufwendig, denn das kostbare Sammelgut verdirbt sehr schnell. Im Regelfall wird der von den Bienen abgestreifte Pollen täglich vom Imker entnommen und entweder tiefgekühlt oder direkt getrocknet. Die Trocknung der kleinen Granulatkörner beinhaltet eine Reinigung, bei der mittels einem Luftstrom kleinste Fremdsubstanzen und loser Blütenstaub entfernt werden. Anschließend wird der Pollen bei maximal 40 Grad getrocknet, um die wichtigen Nährstoffe nicht zu zerstören. Abschließend erfolgt dann meist noch eine händische Kontrolle, um einwandfreie Qualität sicherzustellen.Vitamine, Mineralstoffe - einfach wertvolle Nährstoffe
Ein Blick auf die Inhaltsstoffe von Blütenpollen zeigt auf, warum das Naturprodukt als Superfood gehandelt wird. Wichtige Nährstoffe bilden die Grundlage des Bienenproduktes:- 30 - 40 Prozent Proteine
- 50 - 60 Prozent Kohlenhydrate
- 3 – 5 Prozent Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine
- 2 – 3 Prozent Fettsäuren
- 1 – 3 Prozent der Inhaltsstoffe sind noch unbekannter Natur