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Liebstöckel
Liebstöckel

Liebstöckel

Liebstöckel, lat. Levisticum officinale, wird auch Maggikraut oder Luststock genannt. Es ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler. Die aromatisch duftende Pflanze wächst als bis zu zwei Meter hohe Staude. Sie hat röhrige, dicke Stengel, dunkelgrüne, glänzende Blätter und gelbe Blüten, die in einem doppeldoldigen Blütenstand hervortreten.

Liebstöckel - Anbau und Ernte

Die Blütezeit liegt zwischen Juni und August. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Persien oder dem Mittleren Osten und fand über den Mittelmeerraum seit dem 14. Jahrhundert in ganz Europa Verbreitung. Da Liebstöckel vielfach in Kräuter- und Gemüsegärten angebaut wurde und wird, hat sie sich auch an kältere Regionen angepasst. Liebstöckel benötigt eine sonnige oder halbschattige Lage und einen leicht feuchten Boden ohne aufgestaute Nässe. Man sollte die Pflanze erst gießen, wenn die obere Bodenschicht trocken ist. Das Düngen ist in der Regel nicht nötig. Um eine dauerhafte Erntefähigkeit zu garantieren, sollten Sie die Pflanze häufig beernten und etwa zu Frühlingsanfang zurückschneiden. Die Ernte der Blätter erfolgt im Frühjahr, der Samen im Spätsommer und der Wurzeln im Spätherbst.

Medizinische Nutzung von Liebstöckel

In der Antike und im Mittelalter war Liebstöckel eine der beliebtesten Gewürzpflanzen der norditalienischen Provinz Ligurien. So hat die Wortsilbe „lieb" nichts mit Liebe zu tun, sondern ist eine Eindeutschung von „Ligusticum", dem lateinischen Namen der Provinz. Im Volksglauben hat die missverständliche Silbe den Blättern und Wurzeln des Liebstöckels den Ruf einer erotisierenden Wirkung eingetragen. Die chemische Zusammensetzung der Pflanzenstoffe bietet dafür keinerlei Anhaltspunkte. Sehr wohl hat Liebstöckel allerdings eine verdauungsfördernde und harntreibende Wirkung aufgrund des hohen Gehalts an Alkylphtaliden und ätherischen Ölen. Es hilft gegen Verdauungs- und Magenbeschwerden sowie bei Blasen- und Nierenleiden und Nierensteinen. Zahlreiche weitere Anwendungen sind aus der Volksheilkunde und der Homöopathie bekannt, so bei zur Schleimlösung und bei Menstruationsbeschwerden.

Liebstöckel - Geschmack und Verwendung beim Kochen und Backen

Frische Liebstöckelblätter finden Verwendung beim Kochen und Backen. Wegen seines würzig, herben Geschmacks wird Liebstöckel nicht umsonst Maggikraut genannt. Jedoch handelt es sich nur um eine geschmackliche Analogie, denn die Maggiwürze enthält kein Liebstöckel. Außerdem ist die Geschmacksnote von Liebstöckel pflanzlicher und etwas milder. Ähnlichkeiten gibt es auch zum Sellerie und zum Suppengrün, die jedoch weniger Schärfe und Bitterstoffe einbringen. Feingehackte Liebstöckelblätter können zum Würzen von Salaten, Eintopfgerichten, Pasteten, Soßen und Suppen verwendet werden, um ihnen eine herb- würzige Note zu verleihen, ohne einen künstlichen Brühwürfelgeschmack hervor zu rufen.

Liebstöckel kann man sowohl frisch als auch im getrockneten Zustand verarbeiten, wenn man die trockenen Blätter mitkochen lässt. Aufgrund der geschmacklichen Stärke sollte man Liebstöckelblätter beim Kochen sparsam gebrauchen. Eine Messerspitze genügt häufig bereits, um das volle Aroma zu erzielen. Die getrockneten Samen der Pflanze kann man zum Verfeinern von Quark, Braten und Eintöpfen verwenden. Ebenso als Zugabe beim Backen von Körnerbroten. Bei Gebäck und Käsegerichten kann Liebstöckel als geschmacksgebende Komponente eingesetzt werden. Liebstöckel harmoniert mit allen deftigen Kräutern wie Sellerieblättern, Majoran, Zwiebeln und Knoblauch. Aus Liebstöckel wird auch Magenbitter und Likör gewonnen.

 

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