Leinsamen, ungeschält

Leinsamen, ungeschält
Leinsamen, ungeschält

Leinsamen sind kleine dunkelbraune Körnchen, die eine leckere Abwechslung in unsere Küche bringen. Sie haben einen nussig-würzigen Geschmack und lassen sich in Salaten, bei Brot, Brötchen oder im Müsli verwerten. Die Nährstoffbombe ist unheimlich reich am Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und vor allen Dingen essentiellen, ungesättigten Fettsäuren.

 
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Leinsamen als Heilmittel

Als Leinsamen wird der Samen des Flachses bezeichnet. Dieser gehört zur Gruppe des Allgmeinen Leins, daher auch die Bezeichung Leinsamen. Leinsamen hat je nach Art entweder eine gelbe oder eine braune Schale und ist äußerst klein. Leinsamen hat einen leicht nussigen Geschmack und unter den Pflanzenölen die höchste Konzentration an Omega - 3- Fettsäuren. Außerdem enthält Leinsamen viele weitere gesunde Inhaltsstoffe wie Schleimstoffe, Linamarin, Leinöl, Eiweiß, Lecithin, Sterine, die Vitamine B1, B2, B6 und E sowie Nicotin-, Fol- und Pantothensäure.

Aufgrund dieser Inhaltsstoffe wird Leinsamen oft als Heilmittel benutzt, denn er ist ein nicht apothekenpflichtiges und natürliches Abführmittel. Dazu lässt man den Leinsamen in Wasser quellen, bevor man ihn zu sich nimmt. In der Schale des Leinsamens sind Schleime enthalten. Im Darm quillt der Leinsamen weiter auf und reizt somit die äußerst empfindlichen Dehnungsrezeptoren im Darm, dies führt zum Stuhlentleerungsreflex. Weiterhin kann Leinsamen zum Schutz der Darmschleimhaut bei Gastritis eingenommen werden. Da diese Schleime jedoch nur in der Schale des Samens enthalten sind, ist es wichtig, ungeschälten Leinsamen zu sich zu nehmen. Da sonst der gewünschte Effekt aus bleibt. Auch sollte Leinsamen nur kurz angewendet werden und über keinen allzu langen Zeitraum.

Ölsaat mit langer Tradition

Ölsaaten wie der Leinsamen werden schon seit Jahrtausenden im Orient, vor allem in Indien, aber auch in Afrika angebaut und genutzt. Bereits hier wurde der Protein- und Ölgehalt von ungeschältem Leinsamen zu schätzen gewußt. Die ersten Funde von ungeschältem Leinsamen stammen wohl aus Syrien, etwa um die Zeit 6.000 v.Chr. Hier wurde die Leinpflanze kultiviert, um dann die Samen in ungeschältem Zustand zu essen, zu einer öligen Paste auszuquetschen oder auch zu Öl zu verarbeiten. Die Syrier begannen auch die Fasern des Leins, den Flachs, zu Textilien zu verarbeiten. Heute wird Leinsamen vor allem in der Türkei, Marokko und Argentinien angebaut.

Hoher Anteil an ungesättigten Fettsäuren

Die zierliche Pflanze hat schmale Blätter und blau-violette Blüten, den Lein (lateinisch Linum Usitatissimum). Botanisch wird Lein wegen des hohen Ölgehalts als Ölsaat eingestuft; der Ölgehalt liegt bei bis zu 45 %. Auffällig ist der extrem hohe Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Ungeschälter Leinsamen enthält 45-55% ungesättigte Linolsäue.Heutzutage wird aus der Leinpflanze ebenfalls viel Öl gewonnen, für den Speisebereich, wie auch für den Malerbedarf. Leider gelangen nur etwa 10% der ungeschälten Leinsamen direkt auf den Tisch. Die Samen werden oft geschrotet und dann in Backprodukten und Vollwertprodukten weiterbenutzt.

Ungeschälter Leinsamen ballaststoffreich

Die meisten Leute sehen in erster Linie die verdauungsfördernde Wirkung von ungeschältem Leinsamen. Ungeschälter Leinsamen ist die ballaststoffhaltigste aller Ölsaaten und enthält bis zu 40% der wertvollen Ballaststoffe, fast das doppelte des Gehalts aller anderen Ölsaaten. Der Leinsamen regt die Verdauung an und hilft gleichzeitig den Cholestrerinspiegel stabil zu halten. Das ist aber nicht alles. Ungeschälter Leinsamen enthält 20 bis 30 Prozent Proteine, das sind lebenswichtige Aminosäuren, wie Arginen, Lysin und andere. Diese Eiweißsubstanzen finden sich allerdings ausschließlich in ungeschältem Leinsamen; bei geschältem Leinsamen wird der Großteil weggeschält. Studienberichte haben bestätigt, daß bis zu 80% des Proteins direkt unter der Schale gelegen sind. Der reife Leinsamen enthält einen hohen Schleimgehalt, der fähig ist große Mengen Wasser im Darm zu bilden, die Verdauung anzuregen und sich zudem als schützender Film auf die Magenschleimhaut legt. So kann ein gereizter Darm beruhigt werden oder vielleicht sogar eine Kolik natürlich und ohne Medikamente verhindert werden. Auch Breiumschläge gegen Hautprobleme lassen sich mit diesem Schleim herstellen. Der aufquellbare Schleim liegt direkt unter der Schale ungeschälten Leinsamens.

Ungeschälte Leinsamen enthalten eine Vorstufe von Blausäure, sogenannte cyanogene Glykoside. Die Aufnahme von zu viel Blausäure führt zu einer Vergiftung des Körpers. Bei Aufnahme von normalen Mengen Leinsamen wird dies allerdings verhindert, da der pH-Wert im Magen viel zu sauer ist und der Samen einen zu geringen Wassergehalt hat. Wird der Leinsamen vor der Einnahme noch erhitzt, so zerstört man die Glykoside zudem.

Ungeschälter Leinsamen sehr gesund

Wer morgens Müsli ißt, sollte dazu übergehen, ungeschälten Leinsamen in sein Müsli zu geben. Man kann auf diese Weise in wenigen Minuten seinen gesamten Tagesbedarf an Vitamin B, E, Eisen und Kupfer decken. Fachstudien von Ernährungswissenschaftler haben bestätigt, dass ungeschälter Leinsamen Phytosterine enthält. Das sind Pflanzenwirkstoffe, die ebenfalls einen günstigen Einfluß auf den Cholesterinspiegel haben. Diese Pflanzenwirkstoff gehen beim Schälen ebenfalls zum Großteil verloren, denn auch sie befinden sich zum überwiegenden Teili direkt unter der Schale. Sie bleiben nur enthalten, wenn die ganze Ölsaat verwendet wird. Das heißt, nur wenn der ganze, ungeschälte Leinsamen zu Öl weiterverarbeitet wird, erhält man das überaus wertvolle, kaltgepreßte Öl, welches im Wert weit über dem raffinierten Öl steht.

Leinsamen mit Schwermetallen

Öl aus ungeschältem Leinsamen ist im Naturkosthandel und Reformhäusern käuflich. Bei Hautproblemen kann es auch äußerlich verwendet werden. Der einzige Nachteil, der von den Wissenschaftlicher bei ungeschältem Leinsamen erwähnt wurde, ist die Tatsache, dass Leinsamen, wie auch alle anderen Ölsaaten, Schwermetalle aufnimmt. In Deutschland gibt es Richtwerte für die Maximalbelastung. Kontrollen werden jedoch erst eingeleitet, wenn die Werte um das Doppelte überschritten werden. Hier sind ebenfalls die Herstellerfirmen angesprochen, die Richtwerte möglichst zu unterschreiten. Pestizidbelastungen sind normalerweise unbedenklicher, da die Werte ständig überprüft werden.

Ungeschälter Leinsamen schützt vor Krebs

Die in Ölsaat enthaltene Phytinsäure oder auch Phytat genannt, hat die Wissenschaftler lange beschäftigt. Auch bei ungeschältem Leinsamen sind 50-80% des Phosphors in Form von Phytinsäure enthalten. Lange Zeit glaubten die Wissenschaftler, dass dieser Stoff die Aufnahme von Mineralstoffen hemmt. Dies ist bei den neuesten Untersuchungen nicht bestätigt worden. Im Gegenteil: die Wissenschafter fanden sogar heraus, dass ungeschälter Leinsamen eine enzymhemmende Substanz besitzt und hierdurch vor Krebs schützen kann. Somit kann man den ungeschälten Leinsamen weiterhin vielseitig benutzen und unbedenklich genießen.

Verwendung von Leinsamen

Leinsamen wird in größeren Mengen besonders zu Leinöl verarbeitet. Hierzu wird der Leinsamen gepresst. Leinöl gilt als äußerst hochwertiges Speiseöl, da es bis zu 90% von ungesättigten Fettsäuren enthält. Auch findet es Verwendung in der Technik. Hier wird es gerne zur Herstellung von Ölfarbe verwendet. Außerdem wird Leinsamen auch in Müsli oder Backwaren verarbeitet.

In der Landwirtschaft wird Leinsamen als sogenannter Leinkuchen an Nutztiere verfüttert oder als Düngemitteln auf Feldern ausgestreut. Alle Leinsamenprodukte sollten in dunklen, luftdichten und kühlen Gefäßen erfolgen, da sie schnell polymerisieren.

Ein Großteil der Leinsamen stammen aus Kanada, diese wurden jedoch in den letzten Jahren durch Gentechnik verändert und damit verunreinigt. In Deutschland wird kanadischer Leinsamen nicht mehr verwendet. Aufgrund des hohen Anteils an Leinsamen aus Kanada kann dies hier in Deutschland allerdings dazu führen, dass der Leinsamen verknappt oder Leinsamenprodukte im Preis ansteigen.

Aufbewahrung von Leinsamen

Ungeschälter Leinsamen wird meist in Plastik- oder Papierverpackung angeboten. Zu Hause sollte er in ein festverschaubbares, dunkles Glas umgefüllt werden und dann kühl und trocken gelagert werden. Durch den hohen Ölgehalt ist er nur begrenzt haltbar. Verdorbenen Leinsamen erkennt man schnell am schlechten, ranzigen Geruch und am bitteren Geschmack. Wird der Leinsamen zerkleinert oder gemahlen, verdirbt er wesentlich schneller.

 

 

 

Nährwert
(auf 100g Leinsamen, ungeschält)
kcal: 376 KJ
KJ: 1558 KJ
Kohlenhydrate: 0 g
Proteine: 24,4 g
Fett: 30,9 g
Wasser: 6,1 g
Cholesterin: 0 mg
Vitamine
(auf 100g Leinsamen, ungeschält)
Niacin: 1,4 mg
Vitamin A: 0 µg
Vitamin B1: 0,17 mg
Vitamin B2: 0,16 mg
Vitamin B6: 0,2 mg
Vitamin C: 1 mg
Vitamin E: 1,3 mg
Mineralstoffe
(auf 100g Leinsamen, ungeschält)
Calcium: 198 mg
Eisen: 8,2 mg
Kalium: 725 mg
Magnesium: 90 mg
Natrium: 60 mg
Phosphor: 662 mg

Kürbiskerne

Kürbiskerne

Kürbiskerne sind die Samen der Kürbisse und enthalten als solche alle wichtigen Nährstoffe, die ein ausgewachsenener Kürbis benötigt. Der Verzehr von Samen etlicher Pflanzen ist für den Menschen äußerst gesund. Speziell die Kürbiskerne enthalten aber eine Kombination von Phytosterinen, Enzymen, Vitaminen und Wirkstoffen, die besonders bei Blasenleiden und Prostatabeschwerden helfen und diesen vorbeugen.

Macadamianuss

Macadamianuss

Die Macadamianuss ist auch als die "Königin der Nüsse" bekannt und kommt ursprünglich aus Australien. Die Gattung Macadamia gehört zu den Pflanzen der Silberbaumgewächse. Außerdem zählt sie zu den Schließfrüchten, da die Schicht der Fruchtwand verholzt und nur einen einzelnen Samen umschließt. Somit gehört die Macadamianuss mit der Haselnuss und der Edelkastanie zu den Nüssen aufgrund der botanischen Lehre.

Mandel

Mandel

Die Mandel ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Rosengewächse gehört. Die Früchte, die einmal im Jahr geerntet werden können, sind längliche, eiförmige Steinfrüchte, die eine graue und lederartige Fruchtschale haben. Seit ca. 4000 Jahren wird die Mandel durch Menschen kultiviert und heutzutage hauptsächlich in Kalifornien, aber auch in Pakistan, Iran und dem Mittelmeerraum angebaut. Man kann zwischen zwei Mandelarten unterscheiden, der süßen Mandel und der bitteren Mandel.

Mohnsamen

Mohnsamen

Bekannt und beliebt sind Mohnkuchen und Mohnbrötchen, doch dass die verwendeten Mohnsamen reich an Calcium und ungesättigten Fettsäuren sind ist weniger bekannt. Viel zu oft werden nur auf die Mythen rund um den Mohn geachtet, so dass manche bereits den Verzehr von Mohn für gefährlich halten. Wahr ist dagegen, dass Mohnsamen Morphine und Codeine in so geringen Mengen enthalten, dass der Verzehr in verarbeiteter Form selbst für Kinder unbedenklich ist. Entsprechende Veröffentlichungen sind auch im Rahmen der Lebensmittelsicherheit erschienen und können dort auch online eingesehen werden.

Paranuss

Paranuss

Paranüsse warden häufig auch brasilianische Nüsse oder Butternüsse genannt. Sie sind die Samen des Juvia Baums (Bertholetia excelsa), der ausschließlich in den tropischen Wäldern des Amazon in Südamerika gedeiht. Die Bäume erreichen eine Höhe von 30 bis 45 Meter und haben einen Stammdurchmesser bis zu 2 Metern; sie gehören zu den größten Bäumen der Regenwaldregion. Laut Berichten von Einheimischen leben die Bäume 500 Jahre oder länger. Dieser wertvolle brasilianische Nußbaum "castanheira" steht unter Schutz und darf nicht gefällt werden.

Pekannuss - Pekanüsse vom Pekannussbaum (Carya illinoinensis)

Pekannuss - Pekanüsse vom Pekannussbaum (Carya illinoinensis)

Der Pekannussbaum (botanischer Name Carya illinoinensis) stammt aus den Südstaaten der USA, sowie Australien und Mexiko. Im Staate Texas ist der Pekannussbaum der offizielle Staatsbaum. Es ist der wichtigste Nußbaum in Nordamerika, der bis zu -20 Grad Kälte verträgt und den dortigen Indianern das Überleben im Winter garantierte. Schon die Ureinwohner Nordamerikas, die Algonkin, wußten Pekannuss zu schätzen. Es gab Pekannussbäume in so großer Zahl, daß der Baum nicht einmal einen Namen hatte.

Pinienkerne

Pinienkerne

Pinienkerne stammen aus dem Zapfen der Pinie (pinius pinea), einer im Mittelmeerraum heimischen Pflanze, die bis zu 30 Metern hoch wächst. Sie trägt auch den Namen Mittelmeerkiefer oder Schirmkiefer. Der Baum benötigt ca. ein Alter von 20 Jahren, bis sich die Ernte der Pinienkerne lohnt. Dieser Herkunft verdanken Pinienkernen auch ihren harzigen und mandelartigen Geschmack. Sie unterschieden sich von allen anderen Nüssen dadurch, dass sie viel weicher sind. Die Zapfen mit den Kernen werden zwischen April und Oktober manuell von den "pineros" geerntet.

Pistazienkerne

Pistazienkerne

Die Königin von Saba muss Pistazienkerne sehr geliebt haben, denn sie soll die köstliche Knabberei zur königlichen Frucht erklärt und deren Verzehr für das einfache Volk verboten haben. Bei Pistazienkernen handelt es sich um die Frucht des gleichnamigen Baumes. Nur diejenig Art gilt als "echte Pistazie", bei der die Pflanze entweder weibliche oder männliche Blüten trägt, nicht beide.

Sesamsamen

Sesamsamen

Bei Sesamsamen handelt es sich um die Samenkörner der Sesampflanze. Sie können cremefarben, bräunlich oder schwarz gefärbt sein. Sesam ist eine weit verbreitete Kulturpflanze und wahrscheinlich eine der ältesten Ölpflanzen der Welt. Beheimatet ist der Sesam ursprünglich in Teilen Afrikas und Indiens, wird heute aber in allen tropischen und subtropischen Regionen angebaut.

Sonnenblumenkerne

Sonnenblumenkerne

Sonnenblumenkerne sind wahre Allrounder, die aus der modernen Küche und als Snack für zwischendurch nicht wegzudenken sind. Als Zugabe in Salaten oder sogar Suppen sowie als Brotzugabe sind sie das i-Tüpfelchen, das zum Abrunden eines schmackhaften Essens beiträgt. Als gesunde Alternative zu Olivenölen tragen sie außerdem zum Gelingen von Salaten aller Art bei. Gut, dass Sonnenblumen und ihre Derivate nicht nur äußerst lecker, sondern darüber hinaus auch richtig gesund sind.

Walnuss

Walnuss

Die Walnuss gedeiht auf dem Walnussbaum, der auch in Deutschland gute Wachstumsbedingungen vorfindet und in vielen Gärten zu finden ist. Leider trägt dieser erst sehr spät die ersten Früchte. Nach dem Anpflanzen können gern bis zu zehn Jahre bis zur ersten Walnussernte vergehen. Die optimale Erntezeit für Walnüsse beginnt etwa Ende August und geht bis Mitte September, dann sind die Walnüsse noch von einer grünen und sehr harten Schutzhülle umgeben. Diese Schutzhülle platzt auf, wenn die reifen Walnüsse auf den Boden fallen. Die reifen Walnüsse müssen nun nur noch aufgesammelt werden.

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